Maren Moormann

2007 habe ich KunstHartz mit begründet als Gruppe von Künstlern, die als Empfänger von Hartz IV täglich in ihrem Tun angezweifelt werden und als Gemeinschaft diesem Druck etwas entgegen setzen wollten.
Doch wie bin ich an diesen Punkt geraten, der zu einem Wendepunkt in meinem Leben geworden ist?

Als Kind des Bildungsbürgertums habe ich ein reichhaltiges Kulturangebot genossen und stand mit 18 vor der Frage, ob ich Musik oder Malerei zu meinem Beruf machen wollte. Ich wählte erst die Musik, gründete dann jedoch recht bald anstatt Musik zu studieren eine eigene Familie, der inzwischen 4 Kinder entwachsen sind.
Sozialhilfe und Hartz IV klopften an, als Ehe und finanzielle Grundlage wegbrachen. Nicht untergehen! Also: künstlerische Ausbildung bei Raul Bustamante im KunstRaum Freiburg. Später noch eine Ausbildung zur Heilerin der Russischen Volksheilkunde, der medizinischen Familientradition folgend, wie immer eigenwillig.
Einige Ausstellungen und die Feststellung, dass mir künstlerisches Verkaufsmanagement und Kinderaufzucht parallel zu viel Kraft abforderten. Dann noch ein Arbeitsamt, das ebenfalls forderte. Nämlich, dass ich endlich einmal etwas tun solle, nachdem ich bisher noch nichts getan hätte. Und schließlich KunstHartz, als eine Art Befreiungsschlag aus einem lähmenden Zwang zur wirtschaftlichen Produktivität zu egal welchem Preis. Der Wunsch nach einem Zusammenschluss, um das eigene Anliegen selbstbewusst nach außen zu tragen.

Die Geschichte von KunstHartz und SchweresLos! e.V. ist kein Schlag, keine Revolution, eher ein langsamer, mitunter zäher Prozess. Von einer Art Selbsthilfegruppe sind wir zu einem Verein herangereift, der andere in Bedrängnis Geratene unterstützt, ihrem kreativen Ausdruck Raum zu geben und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (zurück) zu gewinnen. Mal mit, mal ohne gesellschaftskritische Aussage.

Was uns hindert, egal auf welcher Seite des Schreibtisches wir sitzen, ist unsere Angst. Und ich weiß und glaube inzwischen, dass diese Angst völlig überflüssig ist. Das möchte ich mit anderen teilen.

Zeit zum Danken

Wir haben mit unserem kleinen Verein mittlerweile vieles erreicht, was wir uns nie hätten vorstellen können. Von einer kleinen Initiative sind wir zu einem soziokulturellen Zentrum gereift, das mit dem KulturKiosk einen Dritten Ort im öffentlichen Raum geschaffen hat, der völlig neue Impulse setzt. Für das Schaffen, Erhalten und weitere Entwickeln dieser großartigen Plattformen ist ein Wir verantwortlich. 

Dass es mir selbst möglich war und ist, mit der mir eigenen Hartnäckigkeit (manche würden sagen: Sturheit), Belastbarkeit, Ideenreichtum und Disziplin dieses „Gesamtkunstwerk“ mit ins Leben zu rufen, ist kein Zufall. Viele Menschen in meinem Leben haben dazu beigetragen, dass ich die werden durfte, die ich bin. Diesen gilt hier mein Dank:

Allen voran danke ich meinen Eltern, Dres. Elke und Winfried Schmitz-Moormann, die auch in schwierigen gemeinsamen Phasen immer im Hintergrund bereitstanden und die mir nie ihre Unterstützung versagt haben. In meiner Arbeit habe ich viele, sehr viele Menschen kennengelernt, die diesen Rückhalt nie erfahren haben und die dadurch fürs Leben gezeichnet sind – umso mehr weiß ich nun, welchen Schatz ich empfangen durfte. 

Meine Liebe zur Musik und der Glaube an meine Fähigkeiten wurden von meinem Musiklehrer Hansjörg Mußler bestärkt. Sein breites Wissen zu Kunst- und Musikgeschichte waren ein unendlicher Schatz an Anregung.

Ebenso danke ich Dr. Gehad Mazarweh, der mich über viele Jahre als Psychoanalytiker begleitet hat und ohne den ich niemals diesen Weg hätte gehen können. Was für eine Geduld und Fähigkeit, Raum zu geben!

Parallel wurde ich beruflich durch meinen Kunstlehrer Raúl Bustamante ausgebildet, herausgefordert, hart herangenommen und – dahinter verborgen – aufrichtig geschätzt. Ich werde seine Scherze, seine strengen Korrekturen und seinen Glauben an mein Können immer in Erinnerung behalten. 

Großer Dank gebührt auch meiner mütterlichen Freundin Winifred Sippel, die mich durch die schwere Phase der Trennung, Scheidung und Sorgerechtsprozess mit gütiger Strenge und spiritueller Wachheit begleitet hat. 

In meiner weiteren Ausbildung wurde ich durch die Heilerin Sylvia Lucke wunderbar angeleitet und darf nun heute ihre Praxis weiterführen. Ihr Glaube, dass wir alle die Fähigkeit besitzen zu heilen, war und ist unendlich wichtig für mein Tun.

Untrennbar mit der Heilarbeit verbunden ist die tiefe Liebe zu meiner Freundin und Kollegin Silvia Bejiga-Schmidt, die mir als Alter Ego zur Seite steht in so vielen Fragen am Wegesrand.

Die Begegnung mit Michael Labres 2008 war ein weiterer Meilenstein und hat zur gemeinsamen Gründung von Schwere(s)Los! geführt. Ohne ihn wäre dieser Schritt und diejenigen, die darauf folgten, undenkbar gewesen!

Aber wer wäre ich ohne meine Kinder? Lange, sehr lange waren sie mein Lebensmittelpunkt, und von niemandem habe ich mehr gelernt als von ihnen. Wir sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen, und ich habe sie flügge in ihr weiteres Leben entlassen in der Zuversicht, dass ihre Flügel stark genug gewachsen sind, um sie durch alle lauen Lüfte ebenso wie die Stürme zu tragen.

Viele weitere Menschen haben dazu beigetragen, dass ich die werden durfte, die ich bin. Allen, auch denjenigen, die hier nicht genannt sind, gebührt mein großer Dank! Wie wunderbar, dass es euch gibt!

 

Kontakt

Telefon: 0761-50 75 02

E-Mail: verein(at)schwere-s-los.de